Der rechteckige Kirchenraum wird in seiner Längsausrichtung von einer massiven, fensterlosen Ziegelwand auf der einen Seite und einer mit runden Glaselementen perforierten Betonfassade auf der anderen Seite dominiert. Die Installation setzt diese raumprägenden Elemente in Bezug. Die „Bullaugen“ der Fensterfront werden in vertikaler Anordnung mit Schwarzweiß-Fotos auf Transparentpapier gefüllt. Die entstehenden Säulen nehmen die aufstrebende Form der Beton-Stützkonstruktion auf. Ihre Transparenz lässt die Wirkung der sich verändernder Lichtverhältnisse zu. Die gezeigten Fotos sind in Duisburg entstanden und stehen im Kontext zur industriellen Geschichte dieser Stadt.
Auf der gegenüberliegenden Seite nehmen horizontal angeordnete Kästen das Format der Ziegel auf. Durch ihre hervortretende Struktur entstehen reliefartige Reihungen, die die Wandscheibe aus ihrer statischen Verschlossenheit löst und zum Inneren des Kirchenraums hin öffnet. In der distanzierten Gesamtansicht verschmelzen diese Einzelelemente zu einem Gesamtbild, das in den Dialog mit seinem Gegenüber tritt und die Zentrierung des Innenraums verstärkt. Die verwendeten Materialien zur Beschichtung der Kästen, Kohlenstaub, Eisengranulat und Quarzsand, nehmen ebenfalls Bezug auf die industrielle Prägung des Standortes Duisburg und der gesamten Region.
Die Rauminstallation wurde im Jahr 2004 in der Karmelkirche in Duisburg im Rahmen des Projektes „Extraschicht am Wasser – Nacht der Industriekultur“, Innenhafen Duisburg, realisiert.